Wie werde ich unerwünschte Werbung im Internet wieder los?

Cookies auf Abwegen

Für die nervige Werbung sind jedoch in aller Regel so genannte Targeting- oder Tracking Cookies verantwortlich, die oftmals Tage, Wochen, Monate oder sogar Jahre im Browser verbleiben.

Schwab Cookies

Schwab.de sendet ganze 19 Cookies an den Browser, viele davon mit Ablaufdaten in ferner Zukunft.

Im oben gezeigten Bild sehen Sie als Beispiel die Liste der von schwab.de zum Browser gesendeten Cookies. Ganze 19 Stück an der Zahl, davon vier Session-Cookies (die beim Schließen des Browsers gelöscht werden), sechs mit Ablaufdaten innerhalb der nächsten drei Tage aber auch sechs Stück mit Ablaufdaten in zwei, drei und sogar erst fünf Jahren. Bei den letzteren können wir davon ausgehen, dass es sich um Tracking-Cookies handelt, die für die reine Funktion der Website nicht erforderlich sind sondern vielmehr der langfristigen Wiedererkennung des Nutzers dienen. Ob das nun zum Schalten gezielter Werbung genutzt wird oder andere Gründe hat, lässt sich an den Cookies in aller Regel nicht erkennen.

Voll vernetzt
Fassen wir noch mal kurz zusammen: Websites sind Textdateien, die ein Webserver beim ersten Besuch eines Nutzers an dessen Browser sendet; der Browser speichert diese Textdateien und sendet sie bei jedem weiteren Aufruf einer Seite dergleichen Website bzw. der gleichen Domain automatisch wieder zurück. Anschließend kann die Website den vom Browser zurückgesendeten Cookie lesen und auswerten. Soweit so gut.

Wie kann es nun aber sein, dass man auf Website A nach Kleidern sucht und später am Tag auf Website B (auf einer anderen Domain) Werbung für Kleider angezeigt bekommt? Der Browser sollte doch den Cookie von Website A nur an eben diese Site zurücksenden, nicht aber an Website B?!
Die Lösung ist recht einfach: So genannte „Third-Party-Cookies“ von Werbenetzwerken.

Zanox Werbenetzwerk

Werbenetzwerke versprechen Werbetreibenden die zielgerichtete Vermarktung
ihrer Produkte mitgroßer Reichweite.

Werbenetzwerke sind spezielle Websites, auf denen man als Werbetreibender quasi Werbeplätze einkaufen kann. Bekannt sind unter anderem DoubleClick (gehört zu Google) oder Zanox. Online-Shops können nun einen speziellen Code dieser Werbenetzwerke auf den eigenen Seiten einbinden. Ruft ein Nutzer eine so präparierte Seite auf, sorgt der eingebundene Code des Werbenetzwerkes nun dafür, dass ein Cookie für die Domain des Werbenetzwerkes im Browser abgelegt wird – also ein dritter Teilnehmer in der Kette zwischen Nutzer und Server, daher der Name Third-Party-Cookie. Ruft der Nutzer anschließend eine weitere Website auf, die den Code dieses Werbenetzwerkes einsetzt, sendet der Browser den zuvor angelegten Third-Party-Cookie automatisch zurück an den Server des Netzwerkbetreibers.

Third Party Cookies bei Neckermann

Neckermann.de und Recoon.de setzen Third-Party-Cookies von Googleadservices (Doubleclick).
Durch die im Cookie gespeicherte ID kann ein Nutzer site-übergreifend identifiziert werden.

Auf diese Weise können also diese Werbenetzwerke einen Nutzer erkennen, seine Interessen erfassen und ihm auf anderen Websites passende Werbung präsentieren. Für alle, die keine Lust haben, derart erkannt zu werden, dem erklären wir hier, was man gegen Cookies tun kann.

Wir wollen Werbung nicht verteufeln – das wäre bei unserer Profession kontraproduktiv. Nur das nervige übermäßige Werben für Produkte, von denen man sich schon abgewendet hat, gehört nicht zu unseren Online-Marketing-Strategien. Da haben wir lieber aufgeklärt.

von Visionen & Kreationen

3 Gedanken zu “Wie werde ich unerwünschte Werbung im Internet wieder los?

  1. Guten Morgen,
    gerade hatte ich mich wieder über die lästige Werbung aufgeregt und war auf der Suche nach Hilfe. Da fand ich diese Seite…Klasse, dankeschön. Sie hat mir sehr geholfen.
    Lieben Gruß Sabine

  2. Pingback: Cookie- und Tracking-Hinweise via PHP | Vektorkneter

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